Der Weg nach Gunskirchen 

Wenige Wochen vor Kriegsende wurden tausende Juden – mehrheitlich Männer, aber auch Frauen und Kinder – ins Stammlager Mauthausen ’evakuiert’. Betroffen waren alle Zwangsarbeitslager vom Südostwallbau, Lager in und um Wien wie auch die Außenlager des KZ-Systems Mauthausen/Gusen. Aufgrund ihrer schlechten körperlichen Verfassung mussten die Juden in ein Zeltlager. Nach kurzer Zeit wurden sie im April 1945 von dort auf Todesmärschen, schwerst bewacht von SS, lokaler Polizei, Volkssturm und Hitlerjugend, in das noch unfertige KZ Gunskirchen getrieben. Unzählige wurden unterwegs ermordet. Der Weg führte von Mauthausen über Enns, Asten bis St. Florian, nach Ansfelden, Pucking bis Weißkirchen oder über St. Marien, Neuhofen und Allhaming nach Weißkirchen, weiter über Schleißheim und Thalheim durch Wels.

Bis heute erinnern in einigen Orten Massengräber daran. Nach drei Tagen und zwei Nächten im Freien endeten die Kolonnen im Lager, das als “Wald der Toten” bezeichnet wurde.

Foto: AMM, Luftbilddatenbank Dr. Carls
Kolonne von Gefangenen eskortiert von Militärfahrzeugen. 21. April 1945 

Angelika Schlackl, Martin Kranzl-Greinecker
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