GEDENKFEIER 2026


Am Samstag, den 9. Mai 1945 versammelten sich mehr als 300 Menschen, um der Befreiung der Opfer des KZ Außenlagers Gunskirchen vor 81 Jahren zu gedenken - Angehörige von Überlebenden aus Ungarn und Israel, Menschen aus der Region, Vertreter antifaschistischer Organisationen und politischer Parteien.

Wie schon in den letzten Jahren begann die Gedenkfeier mit der Kranzniederlegung beim Denkmal an der B1, musikalisch umrahmt von jungen Talenten der Musikschule Gunskirchen.
Im Anschluss begaben sich alle Teilnehmenden auf den "Walk of Solidarity" in den Wald, mit einem Zwischenstopp am ehemaligen Lagereingang, beim sogenannten "Amerikanischen Denkmal". Nach einer Gedenkminute für die Opfer des Lagers begaben sich alle an den Gedenkort im Wald.

Der Gunskirchner Bürgermeister Christian Schöffmann begrüßte alle Anwesenden und betonte, dass es für das Grauen, das an diesem Ort stattgefunden hatte, eigentlich keine Worte gäbe. 

 
Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler sprach darüber, wie wichtig es ist und immer sein wird, das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, der aus rassistischen und religiösen Gründen Verfolgten und Ermordeten, hoch zu halten und zu bewahren. Wir müssen uns dieser Verantwortung aus der Geschichte unseres Landes stellen und in der Gegenwart ähnliche Strömungen mit allen Kräften bekämpfen.

Rede Andreas Babler (pdf)

Video Andreas Babler



Schüler und Schülerinnen der Mittelschule Gunskirchen stellten das Buch "Marie. Ein jüdisches Mädchen aus Linz" vor, mit dem sie sich im Unterricht beschäftigt hatten. Das Buch von Verena Wagner erzählt die Geschichte von Marie Spitz, die gerade noch vor dem Nationalsozialismus flüchten konnte.
Die Schüler:innen präsentierten ihre Gedanken beim Besuch der Gedenkstätte Mauthausen und verschenkten zum Abschluss ihres Beitrags eine weiße Rose als Symbol für den Widerstand.

Cornelius Obonya, Schauspieler und Präsident der "Aktion gegen den Antisemitismus in Österreich", bezog sich in seiner Rede auf ein kleines Plakat, das vor wenigen Wochen auf der Gedenktafel an der alten Volksschule in Gunskirchen angebracht worden war. Dieses Plakat ruft dazu auf, keine Gedenkfeiern abzuhalten, solange Israel Krieg führe. 
Auf sehr fundierte und pointierte Weise legte Herr Obonya die Inkoherenz dieser Denkweise klar und analysierte die verschiedenen Formen von Antisemitismus.

Video Cornelius Obonya


Die Singkreise Edt und Gunskirchen umrahmten das Programm mit wunderschönen Liedern. 

György Frisch, der Vertreter der ungarischen Juden, gedachte der Opfer seines Volkes und brachte den Teilnehmden eindrücklich ins Bewusstsein, dass sie sich an diesem Ort auf einem Friedhof befänden. 

László Fekete, Oberkantor der Großen Synagoge in Budapest, unterstrich dies mit seinem Trauergesang. 

Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich, bedankte sich bei den Schüler:innen für ihre wichtige Auseinandersetzung mit dem Thema. Er wies auf den im Entstehen befindlichen Gedenkort Gunskirchen hin und lud zu dessen Eröffnung am 6. Oktober ein. 

Werner Retzl, Vorsitzender der Welser Initiative gegen Faschismus, zitierte Karl Kraus, der sehr prophetisch die Folgen von einerseits Schweigen und andererseits begeisterter Zustimmung zu den Fantasien der Nationalsozialisten vorausgesehen hatte. Angesichts der drastisch gestiegenen Zahl rechtsextremer und antisemitischer Vorfälle heißt es genau hinzusehen, sich nicht täuschen zu lassen von sich lammfromm gebenden Parteisoldaten, sich aber auch nicht von hassgeifernden Hetzern in Angst versetzen zu lassen. Es heißt, sich von falsch verstandener Toleranz zu verabschieden und Flagge zu zeigen, wenn unsere Demokratie in Gefahr gerät.

Rede Werner Retzl (pdf)


Erstmalig haben Roma und Sinti aus Ungarn die jüdischen Besucher zur Gedenkfeier begleitet. Sie wiesen auf das Schicksal ihres Volkes hin und sangen die Hymne der Roma und Sinti. 

Zum Abschluss wurde das schon zur Tradition gewordene Lied "Die Gedanken sind frei" gesungen. 

Herzlichen Dank allen Mitwirkenden und Besucher:innen für diese stärkenden gemeinsamen Stunden!

Kranzniederlegung

Walk of Solidarity

Gemeinsam mit den jüdischen Gästen war auch eine Delegation ungarischer Roma und Sinti zur Befreiungsfeier angereist.

Der Gunskirchner Bürgermeister Christian Schöffmann begrüßte die Gäste.


Die Singkreise Gunskirchen und Edt sorgten für den musikalischen Rahmen der Feier

Andreas Babler, Vizekanzler und Kulturminister der Republik Österreich

Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Gunskirchen

Zum Abschluss des Beitrags der Schule wurden weiße Rosen als Symbol des Widerstands an die Besucher verteilt.

Cornelius Obonya, Kammerschauspieler 
und Präsident der Aktion gegen den Antisemitismus in Österreich

György Frisch, Vertreter der ungarischen Jüdinnen und Juden

László Fekete sang ein Trauergebet

Ein Sprecher der Roma und Sinti machte auf das Schicksal ihres Volkes aufmerksam.

Die ungarischen Roma und Sinti sangen ihre Hymne.

Willi Mernyi
Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich 

Willi Mernyi gab symbolisch eine weiße Rose an die Schüler und Schülerinnen zurück.

Werner Retzl
Vorsitzender der Welser Initiative gegen Faschismus

von links nach rechts:
Erik Lenz, Obmann der Gedenkinitiative Gunskirchen-Edt, Gemeinderat Edt/L
Isabell Sumbuljevic, Gemeindevorständin der Gemeinde Gunskirchen
(etwas verdeckt) Robert Eiter, Sprecher des OÖ. Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus
Maria Rotschopf, Vizebürgermeisterin Edt bei Lambach
Helmut Edelmayr, Gründungsmitglied des Mauthausenkomitee Österreich
Alexander Bäck, Bürgermeister Edt bei Lambach
(verdeckt) Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausenkomitee Österreich
Michaela Petz, Welser Initiative gegen Faschismus
Andreas Babler, Vizekanzler und Kulturminister der Republik Österreich
Werner Retzl, Vorsitzender der Welser Initiative gegen Faschismus
Michael Weber, Landtagsabgeordneter
László Fekete, Oberkantor der Großen Synagoge in Budapest
Cornelius Obonya, Schauspieler, Präsident der Aktion gegen den Antisemitismus in Österreich
György Frisch, Vertreter der ungarischen Jüdinnen und Juden
Christian Schöffmann, Bürgermeister Gunskirchen
Manfred Sams, Nationalratsabgeordneter